Beim 18. Arrondissement in Paris denkt man zuallererst an den Montmartre. Doch auch die weitläufigen Gleisanlagen, die zu den südlich angrenzenden im 10. Arrondissement gelegenen Bahnhöfen führen, prägen den Bezirk. Aktuell wird im Viertel La Chapelle eine Vielzahl von Großprojekten und Sanierungen realisiert. Und auch die kürzlich fertiggestellten zwei Türme mit rund 250 Wohnungen befinden sich im Herzen des Quartiers.

Das langgestreckte Grundstück wird westlich von den Gleisen umschlossen, östlich davon befindet sich die Porte de la Chapelle. Aus einem gemeinsamen Sockel, der das gesamte Gelände aufnimmt, wachsen zwei Türme, die von zwei Architekturbüros stammen: Brenac & Gonzalez & Associés aus Paris haben den Turm E1 mit 112 Wohneinheiten realisiert, MOA Architecture (Denver, Casper) den Turm E2 mit 125 Wohnungen. 2015 hatten die Büros mit ihrem Entwurf den Wettbewerb gewonnen.

Im Sockel der Bebauung sind 17 Wohnungen, 20 SOHO-Einheiten (Small Office/Home Office) und Büroräume untergebracht. Die Eingangsbereiche verlängern sich im Inneren der Bebauung, wodurch ein zentraler, gemeinsam genutzter Durchgangsraum entsteht, der von den Architekt*innen als „breite, belebte Innenstraße“ bezeichnet wird. Dieser führt zum östlich gelegten Garten und Gemeinschaftsraum hin. Die einzelnen Büros sind im Erdgeschoss untergebracht und bilden zwei längliche Körper entlang der so genannten Innenstraße. Die SOHO-Einheiten und Wohnungen befinden sich wiederum im ersten Obergeschoss des Sockelbaus.

Der verdrehte, quadratische Turm E1 von Brenac & Gonzalez & Associés hebt sich mittig vom Sockel heraus, so dass sein Eingangsbereich das langgestreckte Erdgeschoss diagonal schneidet. Das zentrale, offene Treppenhaus ist mit einer gegenüberliegenden gemeinschaftlichen Terrasse verbunden. Diese beiden Einschnitte bilden vertikale Risse, wodurch den Architekt*innen zufolge der Eindruck von zwei kleineren und schlanken Türmen entstehen soll. Das Außenskelett des 16-geschossigen Turms besteht aus vorgefertigtem weißem Beton, wobei die Fassade mit den hölzernen Fensterläden bespielt wird.

Der von MOA Architecture entworfene Turm E2 liegt im nordöstlichen Bereich des Grundstücks und besteht aus zwei ineinandergreifenden Türmen, die einen einheitlichen Block bilden. Die zur Straße hin ausgerichtete Seite ist den gegenüberliegenden Gebäuden zugewandt und mit hölzernen Fenstern versehen, die in einer schlichten Betonfassade integriert sind. Der zweite Teil, weist eine filigrane Rasterstruktur auf, die sich zur Pariser Stadtlandschaft hin öffnet. Die Gesamtbaukosten des Projekts, das insgesamt 15.600 Quadratmeter Fläche bereitstellt, betrugen 27 Millionen Euro. (mg)

Fotos: Stefan Tuchila, Takuji Shimmura

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