Das Palast-Museum in Pekings Verbotener Stadt ist nicht nur eines der wichtigsten Museen Chinas, es verfgt auch ber eine eigene Bildungsabteilung. Diese unterhlt in mehreren Stdten Institute, in denen Vortrge und Workshops zu traditionellen, chinesischen Kunstformen stattfinden. In der 30 Millionen-Stadt Chongqing in Zentralchina am Lauf des Jangtse konnte hierfr ein perfekter Ort gefunden werden: Am Flussufer ist ein altes Warenhaus der schwedischen Firma Anderson & Co. weitgehend erhalten geblieben, von acht erhaltenen Gebuden stammen die ltesten Teile aus dem Jahr 1891.

Seit 2015 arbeitete das Atelier FCJZ (Peking) von Yung Ho Chang am Umbau des denkmalgeschtzten Komplex, dessen Gebude in sehr unterschiedlichen Zustnden erhalten waren. Fr drei Gebude wurde ein Abriss beschlossen; die Substanz war bereits zu stark beschdigt. Sie wurden durch Neubauten mit Respekt fr den historischen Kontext ersetzt, schreiben die Architekten. Von den fnf verbliebenen Gebuden konnten vier originalgetreu repariert und in Teilen rekonstruiert werden. Das fnfte Gebude zur Hauptstrae am Flussufer war so gut erhalten, dass es lediglich renoviert werden musste.

Die historischen Gebude verfgen ihren unterschiedlichen Entstehungszeiten und Nutzungen entsprechend ber eine breite Palette an Materialien und Bauweisen, was sich besonders eindrcklich in der Vielfalt an Dachkonstruktionen zeigt. Es gibt Wandkonstruktionen aus Stampflehm, Bruchsteinmauerwerk, Vollziegeln oder hohlen Lehmsteinen. Wo immer es mglich war, erhielten die Architekt*innen die originalen Strukturen oder besserten sie aus. Neue Verbindungen wurden als Glastren in die Fassaden der Altbauten integriert, denn die knftige Nutzung soll einmal einen Rundgang ber das Gelnde beinhalten, das zwischen den Gebuden kleine Gassen, Pltze und Treppen wie in einer Altstadt bietet. Von den Terrassen erffnet sich mitunter ein weiter Blick auf den Jangtse.

Eine neue Treppe fhrt an den Neubauten entlang das steile Gelnde hinauf. Die neuen Dcher formen einen kleinen berstand, der auch die Treppe berdacht. Die erhaltenen Steinstufen und Pflasterungen, die Schienen der Straenbahn sowie Teile der Spontanvegetation wurden als Erinnerung dieses Ortes bewahrt. Die drei Neubauten, die als zentrale Rezeption und fr Workshops genutzt werden sollen, lasten auf gebogenen Stahltrgern ein statisches System, das auf charmante Art die verschiedenen historischen Holztragwerke zitiert und den Gebuden ein markant gebogenes Runddach aufsetzt.

Die Erffnung des Forbidden City College Chongqing war ursprnglich fr Februar 2020 geplant, wurde aber aufgrund der Covid-Krise in China auf unbestimmte Zeit verschoben. Wir zeigen daher jetzt schon die Bilder des fertig gestellten, aber noch leeren Komplexes. (fh)

Fotos: DID-Studio

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