Die kleine, neue Siedlung im Dorf Lisbjerg ist nur zehn Kilometer von Aarhus entfernt. Nachhaltiges und gemeinntziges Wohnen der Zukunft, lautete die ehrgeizige berschrift des Wettbewerbs im Jahr 2014, den das Ministerium fr Stdte, Wohnungswesen und lndliche Gebiete, die Stadt Aarhus und die gemeinntzige Wohnungsgesellschaft AL2bolig die zugleich auch Bauherrin ist ausgeschrieben hatten. Das Kopenhagener Architekturbro Vandkunsten konnte diesen fr sich entscheiden. 2018 wurde der erste Bauabschnitt mit 40 Sozialwohnungen in sechs Gebuden fertiggestellt.

Die Planung der Architekt*innen sieht insgesamt zwlf zwei- bis viergeschossige Gebude vor. Drei bilden jeweils eine Gruppe, zusammen fassen sie einen kleinen Platz. Eine schmale Strae erschliet die kleine Siedlung. Es ist das Bild eines kompakten Dorfes, das Vandkunsten hier umsetzen mchte: Eine dichte Baustruktur und gemeinschaftlich genutzte Auenrume sollen ein nachbarschaftliches Miteinander schaffen. Zugleich bietet die Siedlung allen Bewohnern Ausblicke und Zugnge in die Landschaft, von der das Projekt umgeben ist.

Smtliche Gebude sind als Holzhybridbau ausgefhrt. Fr Sttzen, Deckenbalken sowie fr Pfosten und Riegel wurde Schichtholz verwendet. Auch bei Dach- und Fassadenelementen kam Holz zum Einsatz. Beton fand seine Verwendung in den Treppenhusern und bei den Aufzugsschchten, Spritzbeton bei den Geschossdecken. Stahl wurde nur dort eingesetzt, wo das Holzsystem an seine Belastungsgrenzen stie und eine zustzliche Untersttzung erforderlich wurde. Bei der Platzierung der unterschiedlichen Fenstertypen konnten die Architekt*innen auf die Anforderungen der Wohneinheiten reagieren, da die Fassade nicht trgt.

Die Wohnungsgren reichen von 50 bis 115 Quadratmetern und kein Grundriss gleicht dem anderen. Denn diese wurden mit intensiver Beteiligung der zuknftigen Nutzer*innen entwickelt. So sollte bei den Bewohner*innen ein Gefhl von Eigentum vermittelt werden, obwohlsie Mieter*innen sind. Auerdem soll durch die gemeinsame Planung ein Nachbarschaftsgefhl gefrdert werden. Eine hohe Flexibilitt der Grundrisse war demnach die Prmisse. Daher besteht die Grundausstattung jeder Einheit lediglich aus einer Kche, einem Bad, einem Stauraum und einem groen Hauptraum. Letzterer kann auf die Bedrfnisse der Bewohner*innen angepasst und in kleine Einheiten aufgeteilt werden. Alle Wohnungen erhalten Tageslicht aus mindestens zwei Himmelsrichtungen und verfgen ber einen privaten Auenraum in Form eines Balkons oder einer Terrasse.

Insgesamt beliefen sich die Baukosten auf knapp 1.475 Euro pro Quadratmeter. Das ist selbst fr einen dnischen Sozialwohnungsbau in dieser Region sehr niedrig. Das Projekt erhielt 2019 den Europischen Architekturpreis Matilde Baffa Ugo Rivolta. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Mailnder Architektenkammer organisiert und zeichnet die besten sozialen Wohnungsbauprojekte Europas aus. (as)

Fotos: Vandkunsten, Sren Nielsen, Michael Delin, Mirjam Hallin

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